Glasfaser bis in die Häuser Unitymedia Frankfurt am Main

Auf die Nachricht haben geplagte Internetnutzer lange warten müssen: Unitymedia erschließt den Reckenfelder Süden mit Glasfaserkabeln, die bis in die Häuser verlegt werden sollen. Wo aktuell noch im Kriechtempo gesurft wird, soll es schon bald mit Highspeed ins Netz gehen.

Von Oliver Hengst

„Die Entscheidung ist jetzt gefallen“, sagt die Unitymedia-Sprecherin. Eine Entscheidung, die viele Internetnutzer in den Blöcken C und D mit großem Interesse aufnehmen dürften: Das Unternehmen baut sein Netz im Reckenfelder Süden aus. Die Tage von kriechend langsamem Internet scheinen damit gezählt.

Das Unternehmen Unitymedia wird nach Angaben ihrer Sprecherin Dr. Eva-Maria Ritter den „Reckenfelder Süden“ (in der Kölner Konzernzentrale sind die Blöcke C und D böhmische Dörfer) mit Glasfaser erschließen – und zwar bis in die einzelnen Häuser. „Fiber To The Building“ (FTTB) heißt diese Ausbautechnik, die nach jetzigem Stand das Maß aller Dinge darstellt.

1200 Haushalte sollen laut Ritter von der Maßnahme profitieren. Eine Markterkundung, in deren Rahmen Kunden rückmelden müssen, ob sie interessiert sind oder nicht, wird es nicht geben. „Der Ausbau kommt auf jeden Fall“, betont die Sprecherin.

Allerdings dürfte ein Hausanschluss nicht ganz billig werden. Unitymedia erwartet, dass sich Kunden mit einem „Baukostenzuschuss“ beteiligen, in der Regel liege dieser bei 398 Euro pro Haus. Details zu den tatsächlichen Kosten, die in Reckenfeld anfallen, stünden aber noch nicht fest. „Wir sind im Moment dabei, alles Weitere mit der Stadt zu klären“, bittet die Sprecherin um Geduld. Es werde eine öffentliche Veranstaltung gemeinsam mit der Stadt geben, bei der sich Bürger über die Details eines Glasfaseranschlusses informieren können.

Unitymedia steigt nun in die Vorplanung ein und klärt unter anderem die Frage, welches Tiefbauunternehmen beauftragt wird; insofern kann der Netzbetreiber noch keinen exakten Zeitpunkt für den Start des Ausbaus nennen. „Sie können aber schon davon ausgehen, dass wir in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass erste Kunden noch in diesem Jahr den neuen Anschluss nutzen können. Das wird jetzt schon zügig vorangetrieben“, stellt Ritter in Aussicht.

Die Entscheidung, Glasfaser bis in die Häuser zu legen, bedeutet, dass jeder Bewohner der neu erschlossenen Bereiche Kunde werden kann. In allen anderen Bereichen der Stadt, in denen Unitymedia präsent ist, ist ein Fernsehkabel-Anschluss Voraussetzung für einen Vertragsabschluss.

Details zu möglichen Download-Geschwindigkeiten werden ebenfalls im Rahmen der Infoveranstaltung genannt. In anderen Münsterland-Gemeinden, in denen ebenfalls ein solcher Ausbau mit Glasfaser erfolgt (Ascheberg, Nordkirchen) wirbt Unitymedia mit bis zu 400 MBit. Mit normalen Kupferkabeln sind in der Regel 16 MBit (DSL) möglich, mittels Vectoring (VDSL) auch bis zu 100 Mbit. Gigabit-Anschlüsse sind bislang nur in wenigen Metropolregionen verfügbar.

Grevens Wirtschaftsförderer Stefan Deimann ist mit den Unitymedia-Beschlüssen hochzufrieden. „Darauf haben wir seit 2015 hingearbeitet.“ Als besonderen Erfolg verbucht er, dass die Gesellschaft nicht erst darauf warte, dass sich 40 Prozent der Nutzer für das schnelle Glasfaser entscheiden, ehe sie tätig werde. Deimann: „Das ist spitze.“

In den Blöcken C und D ist das lahme Internet seit Jahren ein Dauerärgernis. Vielfach sind dort maximal sechs Mbit möglich, manchmal noch nicht mal das.

Quelle:

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Greven/2802189-Unitymedia-baut-aus-Glasfaser-bis-in-die-Haeuser