Digitalisierungsbericht 2015: Ende des analogen Fernsehens eingeläutet

Foto_Podiumsdiskussion_2Der diesjährige Digitalisierungsbericht wurde heute von den Landesmedienanstalten in Berlin vorgestellt. Im vergangenen Jahr sind weitere 1,7 Millionen Kabel-Haushalte in Deutschland auf digitales Fernsehen umgestiegen, was einem Anstieg von mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei bleibt das TV-Kabel, neben dem Satelliten, der wichtigste Fernseh-Übertragungsweg. Von den ca. 18 Millionen Kabelhaushalten in Deutschland empfingen im Juni 2015 bereits 72,5 Prozent digitales Fernsehen. Unitymedia konnte diesen Durchschnitt mit seiner eigenen Digitalisierungsquote sogar deutlich überbieten: Rund 77 Prozent unserer Kunden, so der Digitalisierungsbericht, schauten Mitte des Jahres digitales Fernsehen. Damit wird deutlich: Digital-TV ist für unsere Kunden längst schon Normalität.

Interessant dabei: Zwar besitzt mittlerweile etwa jeder fünfte Haushalt ein Smart-TV-Gerät, doch nur die Hälfte dieser Geräte ist tatsächlich ans Netz angeschlossen. Dass viele Nutzer offenbar gar nicht vorrangig direkt über ihren Fernseher ins Internet gehen wollen, zeigt auch der Umstand, dass selbst viele der Analog-Haushalte schon heute über ein modernes, HDTV-fähiges TV-Gerät verfügen. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Diese Noch-Analognutzer könnten heute schon ohne weiteres digital fernsehen, sie wissen das nur nicht. Hier reicht schon ein einfacher Sendersuchlauf (etwa wegen einer veränderten Kanalbelegung), um auf digitalen Empfang umzustellen.

Spätestens 2018 Digitalisierung vollständig erfolgt

Mit den jetzt erreichten Digitalisierungsquoten liegt das Kabel in etwa auf dem Level des Digitalisierungsgrads beim Satelliten im Jahr 2009, als konkrete Pläne zur Vorbereitung des Komplettumstiegs auf eine rein digitale Verbreitung gefasst wurden, der dann 2012 umgesetzt wurde. Insofern ist auch im Kabel das Ende der analogen Fernsehübertragung eingeläutet. Mit der ANGA gehen wir davon aus, dass spätestens 2018 die vollständige Digitalisierung erfolgt ist.

Im Juli leiteten wir daher als erster großer Kabelnetzbetreiber den Prozess zur Volldigitalisierung des Fernsehens ein, indem wir das digitale Programmangebot ausweiteten und parallel erste analoge Programme reduzierten. Unseren Kunden können wir damit mehr Vielfalt in bestmöglicher Ton- und Bildqualität bieten. Doch nicht nur das: Die Reduzierung der analogen Sender schafft auch freie Kapazitäten für die Ausstrahlung neuer Sender in HD-Technik.

Digitalisierung bleibt Aufgabe der Netzbetreiber

Die Podiumsdiskussion zur Veröffentlichung des Digitalisierungsberichtes machte es deutlich: Der komplette Umstieg auf eine digitale Übertragung ist im Interesse aller Beteiligten, denn die ineffiziente Doppelübertragung von analogen und digitalen Programmsignalen wird damit endlich beendet. Das schafft zusätzliche Kapazitäten für neue Dienste, damit ein attraktiveres Angebot für Endkunden und eine noch bessere Breitbandverfügbarkeit; die Sender sparen die Kosten für die parallele Übertragung mehrerer Signale. Verwunderung herrschte daher gegenüber der Haltung mancher Unternehmen der Wohnungswirtschaft, die heute noch langlaufende Verträge für analoges Fernsehen nachfragen. In der Diskussion wurde aber auch hier Einigkeit erzielt, dass es letztlich nur um eine brauchbare Basisversorgung mit frei empfangbarem Fernsehen ginge, es auf die Übertragungstechnik aber nicht ankomme, zumal der digitale Empfang letztlich nur Vorteile bietet. Es wird daher Aufgabe der Netzbetreiber bleiben, gemeinsam mit ihren Senderpartnern und Partnern aus der Wohnungswirtschaft die umfassende Digitalisierung des Kabelfernsehens zügig voranzutreiben.

Für den diesjährigen Digitalisierungsbericht befragte TNS Infratest in computergestützten Telefoninterviews im Erhebungszeitraum vom 4. Mai bis zum 15. Juli 2015 insgesamt 6.484 Personen in Privathaushalten in allen deutschen Bundesländern.

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